Zeit für die Küchenplanung

 


Was ist eine gute Küche und was macht diese aus? Küchenfront, Korpus, Beschläge, Spüle, Armatur und Arbeitsplatte – neben Einbaugeräten gilt es,
vieles zu bedenken. Gute Planung und Beratung machen sich bezahlt.
Die Küche ist das Herz des Hauses: keine Party, bei der nicht alle in der Küche landen, der schnelle Kaffee am Morgen, der Plausch beim Kochen, die Telefonate, auf der Arbeitsplatte sitzend, … Der Stellenwert der Küche als Zentrum zeigt sich vor allem in der offenen Küche. Über 20 Prozent der Menschen in Österreich wohnen in einer wandlosen Kombination aus Kochen, Essen und Wohnen. Müsste man dafür in bestehenden Gebäuden nicht  Mauern abtragen, wären es sicher noch mehr.
 
Mittlerweile entwickelt sich die Küche immer mehr zum Wohnraum; sie muss hohen ästhetischen Ansprüchen genügen. Drei große Trends lassen sich beobachten: schönes Holz, innovative Oberflächen und Küchensysteme, die so flexibel sind, dass der Raumgrundriss keine Rolle mehr spielt. Küchen aus 
nachhaltigen, natürlichen Materialien sind besonders gefragt. Holz macht wohnlich, stiftet Behaglichkeit und reguliert das Raumklima. Kein Wunder, dass Holz einen wahren Siegeszug in der Küche feiert. Bei der Auswahl der Küche sollte aber nicht rein auf das Erscheinungsbild der Fronten geachtet werden.  Auch die leichte Pflege der Materialien spielt eine wesentliche Rolle, und ebenso wichtig  ist ein Installationsplan. „Schon in der Rohbauphase ist die richtige installation entscheidend. Bevor Sie mit Rohbau, Umbau oder Renovierung beginnen, sollten Sie ein fertiges Konzept für ihre Küche haben“, empfiehlt Küchenproduzent Johann Breitschopf.

Was bedeutet Küchen-Ergonomie?

In der Küche verbringt man sehr viel Zeit. Deshalb soll auch die Ergonomie nicht vernachlässigt werden. „Der Fachbegriff Ergonomie ist heute in aller Munde“, schreibt Olaf Günther in seinem Küchenplaner und stellt sich die Frage, ob hier alle wohl das gleiche meinen. „Drehte sich bisher alles um die Küche, soll sich nun die Küche um den Menschen drehen. Was auch immer ich in meiner Küche tue, es muss mit Leichtigkeit ablaufen. Im Vordergrund steht das optimale Handling in einer optimal gestalteten Küchenumgebung.“
 
Das sieht auch Johann Breitschopf so: „Mit einfachen Tricks, wie der optimalen Arbeitshöhe und einem höher gesetzten Geschirrspüler, können Rückenschmerzen vermieden werden. Das Planen von kurzen Wegen und richtigen Abläufen in der Küche stellt ein wichtiges Kriterium dar.“

Genügend Arbeitsfläche und Stauraum

Der Platzmangel bei der Arbeitsfläche wird besonders dann ersichtlich, wenn mehrere Gänge gekocht werden. Eine größere Arbeitsfläche verhilft zu mehr Struktur in der Küche und kann somit einen reibungslosen Ablauf beim Kochen garantieren. Um bei kleinen Küchen das Optimum an Arbeitsfläche herauszuholen, ist manchmal ein wenig Tüftelei nötig. Auch eine gute Beleuchtung ist in der Küche essenziell. Alle Arbeitsflächen sollen gut ausgeleuchtet sein, um bei jeder Tageszeit die Küche benutzen zu können. „Bei der Küchenplanung wird oft auf die Kleingeräte vergessen“, weiß Johann Breitschopf aus Erfahrung, „diese benötigen aber sehr viel Platz, den man für andere Küchenhelfer benötigen würde. Daher lautet unsere Empfehlung, bereits bei der Küchenplanung abzuschätzen, wie viele Kleingeräte man besitzt und wo diese ihren Platz haben sollen.“

Praktische Helfer

Alle, die kochen, wissen: Eine gut sortierte Lade für die wichtigsten Kräuter und Gewürze bringt enorme Erleichterung im Küchenalltag. Dabei unterstützen einfache Ladeninnenlösungen sowie Außenelemente, ideal platziert, den optimalen Komfort in der Küche. Wer keine Speisekammer besitzt, sollte unbedingt einen Apothekerschrank einplanen. So kann nicht nur ganz einfach und übersichtlich, sondern auch praktisch für Ordnung bei den Lebensmitteln in der Küche gesorgt werden.
 
Empfehlenswert ist ein Mülltrennsystem. Ein einzelner Müllbehälter erschwert die Mülltrennung und schafft zusätzlichen Aufwand beim Entsorgen. Die nachhaltige und praktische Variante eines Mülltrennsystems wird meistens unter der Spüle in einer Lade integriert und sorgt somit für eine praktische Handhabung. Beim Spülbecken sollte man – wenn irgendwie möglich – eine Mindestbeckengröße von 50 x 40 cm einplanen, damit auch ein Backblech ohne Probleme gereinigt werden kann.